Kategorie-Archiv: Stil

Mutmaßliches Mutmaßen

Die Ermittlung zu den Pariser Attentaten hat Fortschritte gemacht. Für die Südwestpresse in Ulm ist es natürlich eine Nachricht wert, dass der Attentäter, der inzwischen festgenommen wurde, auch in Ulm war. Sie titelt: Rätsel um Ulmer Terror-Spur. Und darunter die Frage: Holte Paris-Mittäter mutmaßliche Komplizen ab?

Tagblatt 2016_03_13

Keiner weiß, ob er in Ulm drei Personen abgeholt hat oder nicht. Keiner weiß, ob es drei Komplizen waren oder einfach drei Freunde, die einen Ausflug machen wollten. Es ist also alles fraglich, und deshalb formuliert es die SWP auch als Frage.

Aber warum mutmaßliche Komplizen?

Es wird gemutmaßt, dass er Komplizen abgeholt hat. Und fertig. Es wird gemutmaßt, ob die mutmaßliche Abholung Komplizen betraf. Da schon die Abholung eine mutmaßliche ist, braucht es diese Bezeichnung für den Rest der Aktion nicht. (Außer man kennte diese Personen schon und ihnen wäre die Komplizenschaft schon zur Last gelegt.)

Man stelle sich vor, Salin Abdeslam hätte in Ulm mutmaßlich statt der Komplizen bei der Firma Walther ein paar Pistolen abgeholt. Es wären einfach Pistolen, keine mutmaßlichen Pistolen. Wenn es sich später herausstellt, dass es Maschinenpistolen des Typs M4 OPS waren, war die Mutmaßung falsch. Dass Walther Pistolen herstellt, ebenso wie viele andere Mordwaffen, ändert sich dadurch nicht.

Warum ist das wichtig?

Die Berichterstattung über Dinge, die man nicht sicher weiß, gehört zum journalistischen Alltagsgeschäft. Sich von einer Aussage zu distanzieren, gehört zum sprachlichen Grundwerkzeug. Man kann aber auch zu viel Distanz einbauen. Das verwässert den Stil in einem Bereich, der ohnehin schon die Lesbarkeit erschwert.

 

 

 

Anmoderation, Lead: Eine Frage muss offen bleiben

Es wäre an der Zeit, einmal etwas Nettes über die Wirtschaftsredakteure der Süddeutschen zu sagen. Sie bieten jeden Tag ein paar Themen so an, dass auch einer neugierig wird, der keine Spezialkenntnisse hat.
Die „Aufräumarbeiten“ rund um die Pleite der Baumarktkette Praktiker sind heute das erste Thema auf der Wirtschaftsseite. Und das ist der Vorspann (oder der Lead oder die Unterzeile – na ja, einfach die luxuriösen 200 Zeichen, die die Redaktion zur Verfügung hat, um den Leser von der Überschrift in den Text zu locken):

Vor einem Jahr ging Praktiker, Deutschlands drittgrößte Baumarktkette, pleite: Tausende verloren ihren Job, Gläubiger bleiben wohl auf hohen Schulden sitzen. Nun geht die Staatsanwaltschaft einem schweren Verdacht nach.

Dieser einfache Text zeigt, wie ein gelungener Vorspann konstruiert ist. (Das Gleiche gilt aber auch für eine attraktive Anmoderation im Radio oder Fernsehen.) Die Regel lautet:

Lass eine Frage offen.

Die Lösung der Süddeutschen ist  völlig unaufgeregt  Die ersten drei Sätze bilden einfach den Anschluss an die Vorgeschichte, einfach und verständlich. Und der letzte Satz weckt die Neugier: Worin besteht dieser Verdacht?

Ich durfte diese Woche eine Diskussion unter erfahrenen Moderatorinnen und Moderatoren verfolgen, in der es genau um diese Frage geht: Wie formulieren wir „Teaser“, die das Publikum neugierig machen? Interessant war, dass diese scheinbar auf der Hand liegende Lösung nicht immer gelingt. Warum nicht? Weil man zu viel voraussetzt, eine Frage stellt, die nicht auf Anhieb verstanden wird.

Die Frage, die offenbleibt: Sie muss sich selbstverständlich an die Vorinformationen anschließen. Das ist die Kunst. Die Leserin, der Leser muss auf eine Zusatzinformation neugierig sein – nicht etwa auf die ganze Information. Die Frage, die geweckt wird, lautet also nicht: „Was ist passiert?“, sondern: „Was ist noch passiert?“ – „Wie …?“ – „Warum …?“
Nur wer genug Vorinformationen hat, an die die Frage anschließen kann, liest weiter. Für mich ist z.B. der letzte Satz im Vorspann bei focus.de völlig unverständlich:

Fünf frühere Vorstände der insolventen Praktiker-Baumärkte stehen im Verdacht der Insolvenzverschleppung. Die Staatsanwaltschaften an zwei Ex-Firmensitzen ermitteln parallel. Dabei behindert sie das muntere Bäumchen-wechsle-dich-Spiel in der Konzernspitze in den Jahren vor der Insolvenz.

Der letzte Satz weckt ganz klar eine Frage:Wie wird das Spiel behindert? Aber sie folgt nicht aus den Vorinformationen der ersten beiden Sätze sondern aus dem (vermuteten) Vorwissen des Lesers. Wer dieses nicht hat (und nicht weiß, das mit dem munteren Bäumchen-wechsle-dich-Spiel gemeint ist), wird kaum weiterlesen. Bei ihm wurden mindestens zwei Fragen geweckt. Und es wurde ihm auch demonstriert, dass er bei diesem Thema ein Außenseiter ist. (Im Übrigen ist aus rein grammatikalischen Gründen nicht ergründbar, wer im letzten Satz Subjekt ist.)

Also auch hier – wie immer bei Nachrichten: Einfach sagen, was passiert ist. Und dann Neugier wecken durch das Versprechen einer Zusatzinformation.

Hinterher nicht mehr ganz so defensiv oder: Wie interviewt man Pep Guardiola?

Ich muss gestehen, ich war schon ziemlich k.o. nach dem Spiel und all den Kommentaren zum 3:1 von Bayern München gegen Manchester United. Aber vielleicht lag es auch ein bisschen an der Interviewerin, dass ich ihre Fragen nicht mehr so ganz verstand, die sie dort auf dem Allianzrasen dem Trainer Pep Guardiola stellte. Und ob Pep sie alle in ihren feinen Nuancen verstanden hat?

Auf jeden Fall bewunderte ich ihn, wie er auf alle Feinheiten

jemals so zittern müssen…
so ein Geduldspiel…
hinterher nicht mehr ganz so defensiv, sondern auch…
(usw.)

eine Antwort wusste. Die folgende Mitschrift ist aber in erster Linie dazu da, die sprachliche Gestalt von Fragen zu dokumentieren, die einem fremdsprachigen Interviewpartner nach geschlagener Schlacht gestellt werden können:

Pep Guardiola, herzlichen Glückwunsch fürs Weiterkommen! Haben Sie jemals so zittern müssen wie heute? – Zittern, nervös gewesen heute?

G: Nein, ei o is Championsleague, Viertelfinale, David Moyes is eine Mannschaft äh ich wie er Trainer, äh unser Spiel, unser Feind, wollen weitermachen äh aus dieser Grumen und das weiter Abseits ist keine Zeit zu – you know äh – aber

Sie wussten, dass es so ein Geduldsspiel werden wird, weil die Mannschaft so defensiv spielt. Kann die Mannschaft daraus noch was lernen?

G: Ist die gleiche was passiert äh in Manchester. So it’s – achte Spieler plus äh de Heer in äh in äh Strafraum is keine Zeit so. Aber a die in den a die in den in in neinzig Minuten und dann vor allem in zweite Halbzeit, das war äh die überragend, so wir, wir haben gesprochen so bleiben in de Linie, bleiben in de Linie. Wir können spiel in de Mitte mit mit Tony mit Philipp, mit allen acht probieren einseresein einseresein, immer wieder, immer wieder und Flanke mit Mann so ne und äh und äh und Thomas in der – in versuchen kontaktieren mit Mario Gozze zwischen de Linie äh

(Unterbricht:) Wie sehr hat es Ihnen geholfen, dass Manchester hinterher nicht mehr ganz so defensiv stand, sondern auch Räume geöffnet hat?

G: Ich habe – wir trennen persönlich ich habe mehrere Mal spiel gegen englische Mannschaft denn es ist nicht einfach so it’s is a Conter sie sind sehr gute Contermannschaft, sie sind sehr sehr schnell, äh aber – sie gehen in äh in äh Strafraum in eine Spiel es ist nicht kein ist keiner keiner kein äh keine – keine Raum um um zu spielen. Aber wir waren geduldig, and äh wir waren ein bisschen gluglich, for äh unsere Torschüssen – ein Minute später da überrarende Tor äh von Debera, Ebra äh aber wir sind, wir sind Halbfinale se pffff (prustet) sehr sehr gut für de für den Verein, für de unsere Zuschauern

(Unterbricht:) Ich glaube Sie dürfen sehr, sehr stolz auf Ihre Mannschaft sein. Sind Sie überrascht, dass Ihr Ex-Club Barcelona ausgeschieden ist?

G: Ich bin sehr, sehr stolz auf meine, meine, meine Manschaft mit diese Spielsaison. Wir haben viel viel gearbeitet in diese Saison. Die Leute denken, es is okay, wir haben gewonnen äh Bundesliga is einfach für Bayern. Is nig, nie is einfach. So wir haben gesehen i Augsburg, wir haben gesehen Hoffenheim, und jedes Spiel, jedes Spiel sie haben gelauft, wir haben gelauft, und äh und wir sind da. Halbfinale und äh

Aber Barcelona nicht!

Ja – diese Atletico Madrid is äh is äh starke Mannschaft sie haben sie haben sehr sehr gut gemacht in diese Saison so sie sind – echts in de Tabelle, jetzt in Halbfinale, so – Gratulation für Atletico Madrid.

Vielen Dank und Ihnen noch mal Gratulation, dankeschön!

(Quelle: ZDF, 9. April 2014)

Nachtrag (oder auch Nachhall – siehe unten): Die Fragen an Guardiola nach dem Spiel gegen Real Madrid vom 29. April 2013:

Nun ja, es ist ja nicht einfach. Aber warum denn diese Fragen?

Herr Guardiola, Sie waren sehr häufig sehr stolz auf die Mannschaft in dieser Saison, selten enttäuscht, was sind Sie heute?

Nein, nein, heute der Trainer es war nicht gut äh Spieler äh immer immer wollen äh Spiel gut immer wollen probieren, aber die erste Halbzeit wir haben gespielt von äh ohne Ordnung mit dem Ball, ohne Ordnung. Denn die Ordnung is immer mit dem Ball. Äh äh aber okay, wir haben äh gel wir haben äh spieler der Madrid äh laufen gelassen, und aus diesem Grund is, is nich einfach.

Ihr Kollege Angelotti hat gesagt, es war wohl auch eine Frage des Kopfes. Würden Sie da zustimmen? [Man schaue sich an, wie Guardiola auf diesen Ausdruck reagiert: er versucht echt zu verstehen, was dieser deutsche Ausdruck wohl bedeuten mag: „eine Frage des Kopfes“ – nun, die Interviewerin versucht es mit ein paar Stichworten zu erklären. Und wir alle lernen dabei: „Kopf“ ist ein unübliches Wort für „mental“. Nur: Was meint sie wohl wirklich?] Würden Sie da zustimmen – mental, dass die Mannschaft von Real Madrid mental stärker war?

Na, aber ich weiß nicht. Ich weiß nicht es ist noch es is nicht einfach nach äh fünf Minuten zwei Tor äh schießen is is is is einfach nich äh es war nich einfach äh. Aber wir haben nich kontrollieren gut und aus diesem Grund wir haben – you know äh dieser Ergebnis.

Ich muss gestehen: Ich weiß nicht, wie tiefsinnig die Diskussion ein paar Minuten nach dem Spiel sein kann. Aber vielleicht könnte man sich in diesem Fall am Gesprächspartner orientieren. Er ist offenbar bereit, über das Spiel zu sprechen. Dann könnte man ihn direkt über die Spielweise befragen und nicht über Stolz und Enttäuschung und Fragen des Kopfes.

Im Folgenden die restlichen Fragen. Mir gefällt „ein bisschen irritiert“ und vor allem das schöne deutsche Wort „Nachhall“:

Es war bislang eine richtig tolle Saison des FC Bayern München. Waren Sie ein bisschen irritiert, dass jetzt so viele über Ihr System diskutiert haben? – [Pause] Mit viel Ballbesitz? Dieses System, dass so viele drüber diskutiert haben?

Sie haben jetzt schon zusammengesessen mit Uli Hoeness, mit Karl-Heinz Rumenigge, mit Matthias Sammer. Gab es schon eine Fehleranalyse?

Haben Sie ein bisschen Angst, dass das noch Nachhall haben wird in Bezug auf das Pokalfinale, dass die Spieler ein bisschen an Bewusstsein, Selbstbewusstsein verloren haben?

Die begehrte Notrufsäule

Zunächst ist es nur ein sprachkritischer Reflex. Man greift nach der Zeitung und liest auf der ersten Seite (Südwestpresse, 23.4.2014) die Überschrift:

Begehrteste Notrufsäule der Republik.

Wie kommt eine Redaktion gerade zu dieser Wortkombination? Notrufsäulen werden sind doch nicht Objekt einer Begierde. Wer eine Notrufsäule braucht, ist, wie der Name sagt, in Not – oder fühlt sich zumindest so.

Man erinnert sich an die 107-jährige Kurdin, deren Flucht die Südwestpresse frivol mit „belebenden Angeboten für Körper, Geist und Seele“ verglichen hat.

Notrufsäule

 
Ok, vielleicht ist das alles ganz harmlos. Vielleicht haben sich die Leute alle einen Jux gemacht, und es ist eines der leichten Themen, die wir so lieben. Deshalb verweist dieser kurze Text ja auch auf die Seite „Im Brennpunkt“. Da findet sich denn auch ein dpa-Artikel von immerhin 2000 Zeichen zum Thema:

Entlang der Autobahn: Helfer in Orange

Darunter steht ein kurzer Lead:

Warum Langenau? Die Notrufsäule beim Autobahnkreuz Elchingen wurde 2013 am meisten genutzt, bei Pannen oder Orientierungsproblemen.

Jetzt wollen wir’s aber wissen!

Wir hoffen, dass uns der Autor im Text endlich sagt, was dahinter steckt. Aber nein. Es ist ein ganz allgemeiner Text, hergestellt in irgendeinem dpa-Büro, auf der Basis von Informationen einer Hamburger Firma, die GDV heißt und bei der alle Notrufe eingehen. Das Thema „Langenau“ wird im Text noch zwei Mal erwähnt. Zuerst gleich im zweiten Abschnitt, nachdem das Thema eingeführt worden ist:

Die schmalen Helfer werden jedes Jahr tausendfach benutzt. Eine davon besonders häufig: Sie steht an der Autobahn 7 bei Langenau in Baden-Württemberg und trägt das Prädikat Deutschlands meistgenutzte Autobahn-Notrufsäule.

Und dann nochmals zwei Abschnitte später:

Kurz hinter dem Autobahnkreuz Ulm-Elchingen an der Ausfahrt Langenau wurden 125 Pannen- und Notrufe abgesetzt. Warum gerade dort besonders häufig Hilfe angefordert wird, ist nicht bekannt.

Der Rest ist ein nett aufbereitetes Textlein über die Zahl der Notrufsäulen und ihrer Nutzung in Deutschland im Jahr 2013.

Also: Warum sich die Zeitung herausnimmt, die Benutzer von Notrufsäulen nicht ernst zu nehmen, wird nicht gesagt. Auf ein Minimum an Recherche im Umkreis dieser „begehrten“ Notrufsäule wird verzichtet. Ein interessantes Thema, das nah an den wenigen Menschen sein könnte, die die Zeitung noch in die Hand nehmen, ist routinemäßig verwurschtet worden.

Meine Vermutung:

  1. Der dpa-Autor schreibt den Bericht anlässlich der diesjährigen Statistik der Firma GDV.
  2. Er fügt für die schwäbischen Abnehmer einen Regionalbezug ein, hat aber anderes zu tun, als nach Langenau zu fahren, um weiter zu recherchieren.
  3. Die Redakteure der Südwestpresse erkennen den Regionalbezug und platzieren einen Anreißer auf ihrer Frontseite – mit einem Bild und einer Grafik, die die GDV der Presse zur Verfügung stellt.
  4. Die Notrufsäule, um die es hier geht, steht ca. 15 km Luflinie von der Ulmer Redaktion der Südwestpresse entfernt. Auf die Idee, die Geschichte durch eigene Recherche anzureichern, kam keiner.

 

Integrationsfähigkeit: Ein Beitrag zum legalen Rassismus

Die schweizerische Bundesverfassung enthält ein paar diskriminierende Sätze mehr. Über die Volksinitiative „gegen Masseneinwanderung“ ist schon viel gesagt worden. Aber da es in diesem Blog schon einmal um juristische Ungeheuerlichkeiten geht, muss ein kleines Wörtchen aus dem Initiativtext herausgenommen werden:

Welche Bedingungen müssen in Zukunft erfüllt sein, wenn eine Ausländerin oder ein Ausländer in der Schweiz eine Aufenthaltsbewilligung ergattern will?

Beschlossen wurde vom Schweizervolk am 9. Februar 2014 der folgende Satz:

Massgebende Kriterien für die Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen sind insbesondere das Gesuch eines Arbeitgebers, die Integrationsfähigkeit und eine ausreichende, eigenständige Existenzgrundlage.

Abgesehen davon, dass hier nicht nur ein Arbeitgeber, sondern auch eine Existenzgrundlage vorausgesetzt wird (und damit nicht erwartet wird, dass diese gerade vom Arbeitgeber ermöglicht wird), erwartet man von den arbeitswilligen Ausländern ein äußerst interessantes Abstraktum:

Integrationsfähigkeit

Wenn ich den Text richtig deute, will man überprüfen, ob sich ein Mensch aus einem anderen Land „integrieren“ kann. Wie man das tun will, bleibt wohl den Gesetzen und Ausführungsbestimmungen vorbehalten.

Vielleicht werden in Zukunft Schweizer Psychologen Integrationstests durchführen. Oder man fertigt einfach eine Liste an von all den Ländern, deren Bürger von Natur aus nicht integrierbar sind.

Integrationsfähigkeit ist letztlich aber nur ein Substantiv, das den Begriff der Integration enthält. Irgendjemand oder irgendetwas muss fähig sein, zu … und was folgt jetzt? Integriert zu werden? Oder etwa zu integrieren? (Das wäre ja auch eine Lösung: Man lässt nur Leute ins Land, denen es gelingt, dass sich die zerstrittenen Schweizer wieder integrieren.)

Die Verfasser des Initiativtextes haben natürlich nie Deutsch für Profis oder Journalistisches Texten oder E.A. Rauters Bücher gelesen. Sonst hätten sie gewusst, dass derartige unpersönliche Formulierungen einen riesigen Interpretationsspielraum offen lassen. Sie sagen nicht, wer etwas tut, sie sagen nicht, ob er es aktiv tut oder passiv erfährt.

Abstrakte Substantive sind ein hervorragendes Mittel, um Rassismus zu kaschieren. Mehr davon bei der Schweizerischen Volkspartei und gewiss demnächst in der Schweizer Verfassung.