Genres: Der Bericht

Annäherung über den Berufsalltag:

„Bericht“ wird im Informationsjournalismus eine Vielzahl von Texten genannt, die in der Länge zwischen Nachricht und Reportage stehen. Gewöhnlich behandelt ein Bericht ein aktuelles Ereignis. Im Redaktionsalltag fällt die Entscheidung, ob Nachrichtenmeldung oder Bericht, oft mit der Bedeutung des Ereignisses und damit, ob ein eigener Autor zur Verfügung steht.

Annäherung über die Handlungsform:

„Melden“: ein Ereignis nennen (→ Nachrichtenmeldung)
„Berichten“: Ereignis / Sachverhalt an der Sachstruktur orientiert darstellen (→ Bericht)
„Erzählen“: ein Ereignis ablauforientiert wiedergeben (→ Reportage)
„Verfietschern“: ein Thema mit Detailinformationen und Episoden anreichern (→ Feature, Story usw.)

Annäherung über den Aufbau:

Der Bericht ist freier als die Nachricht, in der die Reihenfolge der Informationen streng an der Aktualität und Wichtigkeit ausgerichtet ist.
Der Bericht kann ohne weiteres mit einer Nahaufnahme (einer Beobachtung oder einem Zitat) anfangen. Er braucht nicht chronologisch aufgebaut sein. So wird der Bericht von einer Veranstaltung generell attraktiver, wenn er nicht dem Ablauf des Ereignisses folgt.

Berichttypen

Grundsätzlich unterscheiden sich Berichte über aktuelle Ereignisse (die sich stark an der Nachrichtenform orientieren) und Berichte zu zeitunabhängigen Themen.

Thomas Schröder hat medienlinguistisch untersucht, welche Art von Typen von Berichten in der Praxis vorkommen:

Additiver Bericht: Kombination mehrerer, aneinandergereihter Meldungen über unerschiedliche aktuelle Ereignisse

Wiedergebender Bericht: Ausführliche Wiedergabe eines sprachlichen Ereignisses

Thematischer Bericht: Ereignis oder Problem wird durch die Wiedergabe von Reaktionen und Meinungen erweitert Schildernder Bericht: Ereignis wird in Einzelepisoden zerlegt geschildert.

Exemplarischer Bericht: Abstrakteres Thema wird anhand eines Ereignisses, im Wechsel von Nahaufnahmen und Hintergrundinformationen behandelt.

Analysierender Bericht: Gründe, Ursachen, Motive, Folgen, Wirkungen, künftige Entwicklungen eines in der Regel bekannten Ereignisses werden dargestellt.

(nach: Schröder, Thomas (2003): Die Handlungsstruktur von Texten. Ein integrativer Beitrag zur Texttheorie. Tübingen: Gunter Narr Verlag, S. 208-240)