Wörtliches Zitieren kann peinlich werden

Wie wird man einem Informanten gerecht? – Meistens nicht, indem man ihn wörtlich zitiert.

Es geht um ein Standard-Herbstthema: Wie bereite ich mich als Autofahrer darauf vor, dass die Straßen rutschig werden? – In diesem Fall wohl ein Abfall-Produkt vom ARD-Morgenmagazin.

Carrera gelb

(Zu dieser Illustration hat mich die SWR-Website inspiriert, von der ich aber kein Bild klauen wollte. Der Porsche ist ein Geschenk von einer Absolventin des Aufbaustudiengangs Medienwissenschaft-Medienpraxis.)

Der ARD-Jurist Kay Rodegra hat wahrscheinlich genau das gesagt, was im folgenden Abschnitt steht (aus der Internet-Präsenz des SWR). Aber ob er sich auch in dieser Form lesen will?

Bei Glatteis, Reifglätte, Schnee und Schneematsch muss mit Winterreifen gefahren werden, sonst riskiert man ein Bußgeld. Und womöglich sogar noch mehr Ärger mit der Polizei, warnt der ARD-Rechtsexperte und Rechtsanwalt Kay Rodegra:

„Die Polizei würde, wenn ich mit Sommerreifen unterwegs bin – und ich kriege ein Knöllchen für 60 Euro und einen Punkt, weil eben Schneematsch ist – dann ist es ja auch gefährlich, mit den Sommerreifen zu fahren und die Polizei würde sagen, jetzt bleibt das Auto rechts am Straßenrand stehen bis die Straße wieder trocken ist. Erst dann darf ich mit den Sommerreifen wieder nachhause fahren.“

Das Zitieren gesprochener Sprache bedeutet einen Medienwechsel. Im schriftlichen Medium muss der Stil behutsam den Regeln der geschriebenen Sprache angepasst werden – außer man wollte die Dynamik der mündlichen Situation einfangen oder den Sprecher als besonders spontan und salopp vorführen (was hier wohl beides nicht beabsichtigt ist).